„Ach scheiß drauf! -_-„

zu den großen Errungenschaften der Pädagogik gehören ja freiere Unterrichtsformen, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, selbst die Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen. Und dann sammelt man 28 Wochenpläne ein, kontrolliert sie und schreibt darunter, was gut war, was nicht. Und erfreut sich an denen, die endlich mal ordentlich Punkte sammeln und damit ihre eher schwache Note aufzubessern.

Und man schüttelt den Kopf über die unvollständigen, unsauberen Exemplare, die man erst nicht lesen kann und sich dann nach dem Lesen ärgert, dass man es nicht gleich durchgestrichen hat.

Und dann gibt es die, in der man anstelle der Vokabelliste eine liebevolle Randnotiz findet. Und sich dann totlacht. Und dann nicht weiß, ob man das jetzt auch neben die Note schreiben soll.

„Ach scheiß drauf! -_-„

Endlich fertig?

Nun ist es schon eine Woche her, seit einer Woche hat der ganze Spuk ein Ende.

Keine Unterrichtsbesuche mehr, keine Entwürfe schreiben, keine Hospitationen. Der Druck ist weg.

Und dennoch ist es weniger erleichternd, als ich gedacht habe. Da ist einfach nur eine wahnsinnig große Müdigkeit. Die ersten Tage ging ich einfach vor 21 Uhr ins Bett, ich bin zufrieden, aber nicht euphorisch. Glücklich, aber nicht ausgelassen. Das könnte natürlich auch an der Krankheit liegen. So ein Schub hebt die Laune nicht gerade. Und da das Examen nun hinter mir liegt, muss ich mich nun auch ernsthaft mit dieser Krankheit auseinandersetzen. Cortisonbehandlung, um den aktuellen Schub zu unterbrechen. Arztbesuche, um einen guten Neurologen zu finden. Über eine Langzeitbehandlung nachdenken. 

Die Examenszeit war ätzend, nervraubend und unglaublich anstrengend. Aber ich musste nicht über Dinge nachdenken, über die ich eigentlich nicht nachdenken will. Weil sie schwer zu ertragen sind. Weil ich sie nicht kontrollieren kann. Weil ich erst lernen muss, sie auszuhalten.

Nach dem Examen fängt ein neues Leben an. Wie es wird, wird sich zeigen…